Wenn der Traum vom langen Leben zum Alptraum wird

Die Gesellschaft wird immer älter. Darüber sollten wir uns eigentlich freuen – aber auch darauf vorbereitet sein. So gehört die Berücksichtigung der demografischen Entwicklung unbedingt in die persönliche Ruhestandsplanung.
In dieser Woche feiert der ehemalige Anti-Apartheid-Kämpfer und Ex-Präsident Südafrikas Nelson Mandela seinen 95sten Geburtstag. Früher ein nahezu unvorstellbar hohes Alter. Doch mittlerweile ist das keine Seltenheit: Die Lebenserwartung der Menschen nimmt stetig zu. Mit anderen Worten: Wir werden immer älter.

Vor einigen Jahren stand etwa der mittlerweile verstorbene Schauspieler Johannes Heesters noch im hohen Alter von 108 Jahren auf der Bühne. Der bislang älteste bekannte Mensch, ein Japaner, wurde sogar 116 Jahre alt. Das sind natürlich Extremfälle und nicht die Regel. Doch wenn man bedenkt, dass der Komponist Wolfgang Amadeus Mozart Ende des 18. Jahrhunderts gerade einmal 35 Jahre alt wurde und sein "Kollege" Franz Schubert Mitte des 19. Jahrhunderts gar nur 31, beide damit aber keine Ausnahmen darstellten, wird der Unterschied zwischen heute und früher besonders deutlich.

Eine gesündere Ernährung, umfangreichere Hygienemaßnahmen und eine bessere medizinische Versorgung haben den größten Teil dazu beigetragen, dass die Lebenserwartung in den vergangenen Jahrhunderten und vor allem in den letzten Jahrzehnten gestiegen ist. Allein in den vergangenen 50 Jahren ging sie um rund zehn Jahre nach oben. Dieser Part der demografischen Entwicklung mag zwar auf der einen Seite positiv stimmen, immerhin ist das ewige Leben ein Wunsch, der sich seit Jahrhunderten in der Kulturgeschichte des Menschen wiederfindet: Die Legende, wonach derjenige, der aus dem Heiligen Gral trinkt, mit ewigem Leben gesegnet ist, stellt nur ein Beispiel dar. Dass wir tatsächlich immer länger leben, bringt auf der anderen Seite aber auch einige Probleme mit sich.

So nehmen altersbedingte Krankheiten wie Alzheimer und Krebs zu. Zudem sorgt der Rückgang in der Geburtenrate dafür, dass das Durchschnittsalter der Deutschen insgesamt überproportional ansteigt. Experten sprechen schon seit Jahren von einer "Vergreisung der Gesellschaft". Und das beschäftigt natürlich auch die Versicherungen. Denn jemand muss die Menschen über ihre gesamte Lebenszeit auch versichern.

So ist die Langlebigkeit gerade für Lebensversicherungen eine eigene Disziplin. Sie gehört zu den sogenannten biometrischen Risiken. Darunter versteht man individuelle Risiken wie Berufsunfähigkeit, Pflegebedürftigkeit, vorzeitigen Tod – oder eben Langlebigkeit.

Alle diese Risiken lassen sich versichern, werden aber meist von den Versicherten vernachlässigt. Die Berufsunfähigkeit gehört dabei zu den meist unterschätzten Risiken; die Wenigsten machen sich im Vorfeld Gedanken darüber, was passiert, wenn sie plötzlich und unerwartet erwerbsunfähig werden. Wenn dieser Fall dann doch eintritt, ist es in der Regel zu spät. Doch auch das Thema Langlebigkeit haben viele nicht als Risiko auf der Rechnung: Kaum jemand beschäftigt sich mit dem Gedanken, wer einen mitunter jahrzehntelangen Ruhestand absichert.

Welche Absicherungsbausteine vor dem Hintergrund Ihrer individuellen Situation für Sie persönlich gut und sinnvoll sind, sollten Sie mit einem professionellen Ruhestandsplaner besprechen. Dann können Sie Ihr möglicherweise noch sehr langes Leben auch noch entspannt genießen.

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