Warum Hilfsbedürftigkeit die Existenz bedrohen kann – und eine Pflegeversicherung eine Notwendigkeit ist

Viele Menschen verdrängen die Tatsache, dass sie irgendwann einmal selbst von der Pflegebedürftigkeit betroffen sein können. Dabei lässt sich der Gedanke daran besser ertragen, wenn man sich rechtzeitig um die finanzielle Absicherung kümmert.

Es ist kein seltenes Phänomen, dass der Mensch bei ihm unangenehmen Fragen oder Themen die "Vogel-Strauß-Taktik" anwendet – wie der große Laufvogel steckt er einfach den Kopf in den Sand. Dass er damit ein Problem ignoriert, heißt aber noch lange nicht, dass er es auch gelöst hat.

So ist es etwa beim Thema Pflegebedürftigkeit. Auch wenn nahezu jeder in der Verwandtschaft oder im Bekanntenkreis jemanden hat, der alters- bzw. krankheitsbedingt einer umfassenden Pflege und der Hilfe anderer bedarf, glauben viele Leute, dass sie selbst nicht in diese Situation kommen werden. Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache: Hierzulande sind zurzeit nach jüngsten Erhebungen 2,5 Millionen Menschen pflegebedürftig. Rein statistisch ist mittlerweile sogar jeder zweite Deutsche im Laufe seines Lebens irgendwann einmal auf die Pflege durch andere angewiesen.

Es stimmt zwar: Die medizinische Versorgung sowie die gute Ernährung haben den Menschen in den vergangenen Jahrzehnten immer älter werden lassen. Doch mit einer insgesamt verlängerten Lebenszeit steigt mitunter auch die Zeitspanne, in der ein Mensch pflegebedürftig ist. Und das muss bei einer guten finanziellen Planung durchaus berücksichtigt werden.
Immerhin kostet eine gute Pflege richtig viel Geld. Zwar übernehmen in manchen Fällen Familienmitglieder, etwa Kinder oder Enkel, einen Großteil der Betreuung ihrer Angehörigen. Doch das ist nicht die Regel: In Zeiten sinkender Geburtenraten und steigender Zahlen bei Single-Haushalten nimmt die Wahrscheinlichkeit einer Lösung innerhalb der Familie ab ¬– die Wahrscheinlichkeit, auf eine Hilfe von außerhalb der Familie angewiesen zu sein, nimmt entsprechend zu.
Doch professionelle Betreuung ist kostspielig. Und da im Pflegefall die gesetzliche Pflegeversicherung nicht alle Kosten übernimmt, kann derjenige, der sich nicht rechtzeitig Gedanken über eine solche Situation gemacht hat, von plötzlich explodierenden Kosten überrascht werden. Er muss dann auf einmal an sein Erspartes ran – angesichts immens hoher Pflegekosten kann dieses eigentlich für den gesamten Ruhestand angesammelte Vermögen dann wesentlich schneller aufgebraucht sein als ursprünglich gedacht. Die Folge: Der Mensch wird vom gesundheitlichen auch noch zum finanziellen Pflegefall. Wahrlich keine schöne Perspektive für den Lebensabend.

Es gibt allerdings genügend Möglichkeiten rechtzeitig für den Fall einer Pflegebedürftigkeit vorzubeugen. So bieten viele Gesellschaften entsprechende Pflegeversicherungen an; Angebote wie Pflegetagegeldversicherungen erweitern die Produktpalette zusätzlich und damit das Spektrum der Alternativen. Klar ist allerdings auch: Nicht jedes Produkt passt zu allen Versicherten. Was für Sie persönlich am meisten Sinn hat, welche Strategie Sie beim Abschluss einer Pflegeversicherung auch im Hinblick auf Ihr Gesamtkonzept der Altersvorsorge verfolgen sollten, sprechen Sie am besten mit einem professionellen Ruhestandsplaner durch. Und das möglichst bald: Wer sich schon jetzt um eine sinnvolle Pflegeversicherung kümmert statt das Thema zu ignorieren, kommt nicht eines Tages in die unangenehme Situation, sein gesamtes, für den Ruhestand angesammelte Kapital allein für seine Pflege auszugeben. Denn dann hilft die Vogel-Strauß-Taktik auch nicht mehr.

Kommentare